So 27.05.2007
ARCHIV >>>> Bedürfnis Kunst: Einblicke in die Sammlung Viktor und Marianne Langen mit Werken von Max Ernst, Fernand Léger, Pablo Picasso, Lászlò Moholy-Nagy", NEUSS, bis zum 17. Juni 2007
 

Wie baut man eine Sammlung auf? Welche Künstler sind wichtig? Welche Kunstwerke werden Bestand haben? Wie wählt man die richtigen Berater aus? Diese Fragen, die zurzeit in der Kunstwelt allgegenwärtig sind, bewegten Viktor und Marianne Langen in den 50 Jahren ihrer Sammeltätigkeit nicht. „Kunst ist ein Bedürfnis“ nannte Viktor Langen seine Leidenschaft lapidar und sammelte nicht nur Werke der westlichen Moderne sondern auch verschiedener Kulturen Ostasiens. Bei der Auswahl der Werke verließ das Ehepaar sich stets auf das eigene Urteil. Jedes Bild der Sammlung wurde einstimmig gemeinsam gekauft. Die Sammlung gilt heute als abgeschlossen und wird in wechselnden Ausstellungen in der Langen Foundation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Seit der Eröffnung der Langen Foundation im September 2004 ist die Ausstellung „Bedürfnis Kunst. Einblicke in die Sammlung Viktor und Marianne Langen“ die zweite Präsentation heraus­ragender Werke der westlichen Moderne und spannt einen weiten Bogen von 1907 mit Alexej von Jawlenskys Stilleben mit Obstschale bis 1989 mit einer Arbeit von Michael Buthe.

Max Ernsts „Rien n’est incompréhensible“ (1923) aus seinem Wandgemäldezyklus für Paul Eluards Haus in Eaubonne ist das Titelbild der Ausstellung und präsentiert die surrealistische Haltung des Malers in einer verspielt wirkenden Gestalt, die aus einem Märchen entsprungen sein könnte. Drei Werke Fernand Légers aus verschiedenen Schaffensphasen – Nature Morte von 1927, Paysage à l’arbre bleu von 1937 und Constructeurs, Echelle et Roue von 1950 – lassen die Entwicklung des Künstlers erkennen. Auch von Wassily Kandinsky werden zwei Werke aus verschiedenen Perioden gezeigt: Strandszene von 1909 und Schwarze Spitzen von 1937. Piet Mondrians Composition with Red, Blue and Yellow von 1940 ist in Amerika entstanden und eines seiner wichtigsten Werke. Die russische Avantgarde ist vertreten mit Werken von Ljubow Popowa, Ilja Tschaschnik, dem Lieblingsschüler von Malewitsch, Iwan Kljun und Ari­starch Lentulow und damit repräsentativ für vier wichtige Stilrichtungen dieser Zeit: Kubo-Futurismus, Suprematismus, Konstruktivismus und Karo-Bube. Von Lászlò Moholy-Nagy wird eines seiner drei „Telephonbilder“ zu sehen sein, die 1924 zum ersten Mal gemeinsam ausgestellt waren. Erst im November 2006 schaffte es das Whitney Museum  in New York, diese drei Bilder wieder in einer Ausstellung zu vereinen. Zu sehen sein werden auch eine sehr frühe Assemblage von Kurt Schwitters und herausragende Werke von Pablo Picasso, Francis Bacon, Georges Braque, Jean Dubuffet und anderen.

Im Rahmen der Ausstellung werden verschiedenen Veranstaltungen stattfinden, die gesondert und auf der Webseite, www.langenfoundation.de, bekannt gegeben werden.

Besichtigungs­termine nach Vereinbarung möglich.

Langen Foundation
Raketenstation Hombroich 1
41472 Neuss

Tel. 02182/5701-29 und 0173/2659612
Mail communication@langenfoundation.de
www.langenfoundation.de

Bildtitel:Lászlò Moholy-NagyEM 1 Telephonbild, 1922Emaille auf Stahl94 x 60 cmVG Bild-Kunst, Bonn 2007